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Wie würdest du dich fühlen, wenn…?3 Minuten Lesezeit

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The Prom von Saundra Mitchell

Wie würdest du dich fühlen, wenn die ganze Schule dich verabscheut, nur weil du anders bist? Wie würdest du dich fühlen, wenn du von deinen eigenen Eltern verbannt wirst, nur weil du anders bist? Wie würdest du dich fühlen, wenn du deine wahre Identität vor allen verstecken müsstest, nur um die perfekte Tochter, Schülerin und Freundin zu sein?

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, das zu erleben, was die Protagonistin Emma Nolan in dem Roman „The Prom“ von Saundra Mitchell alles aushalten muss in ihrer Kleinstadt. Der Grund, warum sie so anders behandelt wird: Sie ist lesbisch. Sie mag Mädchen und nur das führt dazu, dass sie überall wie eine Aussätzige behandelt wird, die irgendeine schlimme Krankheit hat. Emma möchte einfach normal sein und sie ist es ja auch, denn im 21. Jahrhundert sollte die Sexualität eines Menschen wirklich kein großes Thema mehr sein. Doch leider ist es das, denn in einer religiösen Kleinstadt wie Edgewater, Indiana, wird es als unverzeihliche Sünde angesehen, weshalb jeder in Emmas Umgebung, bis auf ihre Großmutter und ihre Freundin Alyssa, sich von ihr abwendet. Ihr einziger Zufluchtsort ist ihr Youtube-Kanal „Emma singt“, der ihr hilft, ihre Gefühle zu verarbeiten und eine wundervolle Community aufzubauen, durch die sie sich immer wieder bestärkt und unterstützt fühlt.

Emma ist in ihrem letzten Highschooljahr und das bedeutet, dass der große, von allen Schülern lang ersehnte Prom bevorsteht. Doch Emmas Schule hat strenge Regeln und als sie angibt, mit einer weiblichen Begleitung zum Ball zu erscheinen, bricht das Chaos aus. Das Organisationskomitee droht sogar mit dem Absagen des Ball, sollte Emma nicht zur Vernunft kommen. Emmas größter Wunsch droht zu platzen, denn alles was sie möchte, ist bloß, mit Alyssa auf dem Abschlussball zu tanzen… Doch plötzlich erhält das junge Mädchen unerwartet Hilfe und das auch noch ausgerechnet von zwei Broadway-Stars, die einen riesigen Wirbel um Emma veranstalten und so die Highschool schnell ins Rampenlicht rücken. Soll das wirklich die Lösung sein?

Dieses Buch hat mir beim Lesen Tränen in die Augen getrieben, weil ich zwischendurch einfach nicht fassen konnte, wie viel Hass in den Menschen stecken kann. Das schlimmste daran war einfach, dass sie wirklich glauben, ihr Handeln sei das einzig richtige, denn so stehe es ja in der Bibel. Dabei ist doch eines der wichtigsten Gebote in der Bibel die Nächstenliebe. Man solle jeden Menschen so lieben wie sich selbst. Emmas Geschichte hat mir einfach die Augen geöffnet für die Ignoranz, die immer noch in unserer Gesellschaft grassiert, obwohl wir bereits in einem so modernen Zeitalter leben.

Der Schreibstil war humorvoll, doch zugleich auch sehr ernst, sodass die Wichtigkeit der Gleichberechtigung auch für die Vertreter der LGBTQ-Community hervorgehoben wurde. Doch der Humor hat es geschafft, einige Situationen zu entschärfen und ihnen die Härte zu nehmen, weshalb das Leseerlebnis trotz allem sehr leicht und nicht allzu angespannt war. Der Verlauf der Geschichte war aber leider zwischendurch sehr vorhersehbar, da einige Aspekte durchaus klischeehaft beschrieben waren, somit auch die Liebesgeschichte von Emma und Alyssa. Da hätte ich mir etwas mehr Abwechslung gewünscht, aber dieser Kritikpunkt ist wirklich nur ein kleiner, denn ansonsten ist diese Geschichte wirklich lesens- und empfehlenswert!

Dieses Buch zeigt nicht, wie anders die LGBTQ-Vertreter sind, sondern es führt einem vor Augen – und das ist das Wichtige, dass sie genauso Menschen sind wie es Heterosexuelle auch sind und dass sie genau die gleichen Rechte haben und deshalb auch so behandelt werden sollten. Für mich war es eine unfassbar wichtige Lektüre, denn sie zeigt einem, was Nächstenliebe bedeutet und wie man jemandem mit der kleinsten Geste der Akzeptanz eine riesige Freude bescheren kann.

Vielen Dank für die Kooperation an das Blogger Portal Randomhouse und den Heyne Verlag. Ich habe mich sehr über dieses wundervolle Buch gefreut. Dies ist komplett meine eigene Meinung und keine Werbung:)

Willkommen auf meinem Blog. Ich heiße Anastasia, bin 18 Jahre alt und lebe in Osnabrück. Ich schreibe seit ungefähr sieben Jahren und es ist zu einem Zufluchtsort geworden, neue Charaktere zu erschaffen und mir neue Welten auszudenken.

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